Noch klingt den meisten unter uns die Kantate BWV 79 «Gott der Herr ist Sonn und Schild» in den Ohren mit dem denkwürdigen «Nun danket alle Gott» in der Mitte des Werkes. Denn wir, das Publikum, durften damals vierstimmig mitsingen, und das sogar für die nachfolgende Ton- und Bildaufnahme. Nein, so mächtig und mit sattem Hörnerklang begleitet ertönt derselbe Choral in der Kantate BWV 192 «Nun danket alle Gott» nicht. Eher zart und ein wenig höfisch erklingt diesmal das Gotteslob, zu Beginn federnd und licht, aber mit starkem Cantus Firmus, am Ende tänzerisch und fast ein wenig elysisch. Das Stück ist kurz und umfasst nur drei Nummern – aber sie genügen vollauf. Gotteslob muss nicht unbedingt länglich ausfallen, sondern besser kurz und ehrlich!

Nur: Weshalb soll der Mensch, das seltsame, von Unzufriedenheit und Krankheit befallene, das sterbliche Wesen Mensch überhaupt Gott loben? Klagen wäre ja auch nicht ganz falsch… Kurze Antwort unsrerseits: Wer Gott lobt, lobt wenigstens nicht sich selbst. Vermutlich hat unser nächster Reflexionist, Abt Urban Federer aus Einsiedeln, noch ein paar weiterführende Antworten. Wir freuen uns auf seinen Besuch und danken, dass er so kurzfristig zusagen konnte für dieses überraschend möglich gewordene Aprilkonzert ausserhalb des gesetzten Jahresprogramms 2021.

Einmal mehr müssen wir auch für diesen Anlass von Freitag, 23. April 2021, davon ausgehen, dass er ohne physisch anwesendes Publikum stattfinden muss. Wir lösen das Problem halbwegs mit unserem Live-Stream, für den Sie den Link bei unserer Geschäftsstelle bestellen können und der bis am Sonntagabend nach dem Konzert aufgeschaltet bleibt. Eine E-Mail an info@bachstiftung.ch genügt. Allfälligen Corona-Lockerungen bis dahin würden wir mit Ad-hoc-Massnahmen begegnen und Sie entsprechend darüber informieren.

Mit diesem Versand erhalten Sie unseren Tätigkeitsbericht für das Jahr 2020. Ein irgendwie historisches Dokument! Wir wollen damit aufzeigen, dass das verordnete «Sabbatical» erstaunlich aktiv ausfiel und dass sich durchaus auch neue Dimensionen eröffnet haben. Ohne Internet, soviel sei festgehalten, wären wir nirgends in unserer Arbeit, Bach den kommenden Generationen zu vermitteln. Nicht vergessen werden darf dabei das immer grössere Ausmass an Unterstützung, das Sie uns für diesen Zweck zukommen lassen. Wir danken sehr dafür.

Schliesslich weisen wir Sie bei dieser Gelegenheit auf die Veröffentlichung der CD Nr. 35 mit den wunderbaren Kantaten BWV 21 «Ich hatte viel Bekümmernis», BWV 32 «Liebster Jesu, mein Verlangen» und BWV 47 «Wer sich selbst erhöhet, der soll erniedriget werden» hin. Gelegenheit, akustisch Rückschau zu halten. Wir freuen uns auf Ihre Bestellungen.

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