Ein grosses Projekt kommt zu seinem Abschluss: die Gesamtaufführung und -einspielung von J. S. Bachs Weihnachtsoratorium. Ein grosser Bogen spannt sich vom «Jauchzet, frohlocket!» des ersten bis zum grandiosen Schlusschor des sechsten Teils, in welchem die Menschwerdung Gottes als grosse Befreiung von Sünde und Tod gefeiert wird. Bis kurz vor Schluss behalten allerdings irdische Gemeinheiten, Lug und Trug die Oberhand: Herodes, der die Weisen aus dem Morgenland scheinheilig um Nachricht über den Standort des Geschehens bittet, um den neuen König ebenfalls anzubeten; die drei Könige, die nach Weisung eines Traums still und leise abschleichen. Wie in jedem einzelnen Teil des Weihnachtsoratoriums schafft es Bach, unter dem grossen Gesamtbogen eine kleinere, in sich stimmige, spannende Handlung aufzufächern. Und als wäre das alles nicht genug: der Schlusschor weist trotz kämpferischer Fröhlichkeit auf die Passion hin. Bei Bachs Schaffen haben wir es mit einem Gesamtkunstwerk zu tun, ohne jeden Zweifel.

Während des sechsten und letzten Teils des Weihnachtsoratoriums spricht am 17. Januar 2020 als Reflexionist ein Ägyptologe in der evang. Kirche in Trogen zu uns. Die Versuchung, sein Forschungsgebiet mit Josefs und Marias Flucht nach Ägypten in Verbindung zu bringen, läge nahe, aber wäre vielleicht auch etwas trivial. Es geht um mehr und um Bedeutenderes. Antonio Loprieno beschäftigt sich mit den Beziehungen zwischen ägyptischer Sprache und Religion mit der biblischen Welt. Er steht aber auch mit beiden Füssen in der Gegenwart: als früherer Rektor der Universität Basel, als Präsident der Schweizerischen Studienstiftung und – als Vorsteher der Basler Waldensergemeinde!

Dieser Tage beginnt der separate Vor(vor)verkauf für unsere Gönner im Hinblick auf die Appenzeller Bachtage (19. bis 23. August 2020). Als zusätzlichen Vorteil erhalten Gönner zu jedem gekauften Billett für das Eröffnungskonzert am 19. August 2020 in der Tonhalle St. Gallen ein zusätzliches Ticket geschenkt (nach Verfügbarkeit). Ab dem 1. Februar steht der Vorverkauf allen Interessierten offen. Benützen Sie die Gelegenheit zur Sicherung guter Plätze an unseren Veranstaltungsorten in St. Gallen und dem Appenzellerland, es lohnt sich!

In Kürze werden wir genauere Details zur geplanten Reise zu den Aufführungsorten der h-Moll-Messe in Japan (19. bis 26. September 2020) bekanntgeben. Aufgrund der Anzahl Interessierter können wir die Vorbereitung der Reise an die Hand nehmen; wir werden sie allgemein noch einmal mit allen wünschbaren Details ausschreiben. Zusätzliche Teilnehmer sind herzlich eingeladen.

Noch sind wenige Plätze frei für unsere Reise nach Wien zu «Fidelio» (im Beethoven-Jahr!), Kantatenkonzert im Mozartsaal, einem Liederabend und einigem mehr. Sie findet vom 22. bis zum 25. April 2020 statt.

Als wären wir Reiseveranstalter statt Kulturschaffende: Soeben hat uns noch eine Anfrage zur Aufführung der h-Moll-Messe im Vatikan erreicht. Wenn alles klappt und wir auch die nötigen finanziellen Mittel zusammenbringen, werden wir am Samstag, 14. November 2020, Bachs «katholische Messe» im St. Petersdom aufführen. Und so ein einmaliges Zeichen für die Ökumene und für die Universalität von Bachs Musik setzen können. Wir halten Sie darüber auf dem Laufenden.

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