Dieser Stimmungslage setzen wir ein unmissverständliches «Fürchte dich nicht» entgegen, und dies gleich zweifach, nämlich in Form der Motette BWV 228 von Johann Sebastian Bach und der zusätzlich erklingenden Motette «Fürchte dich nicht» seines Eisenacher Verwandten Johann Christoph Bach (1642–1703). Trotz oder gerade wegen ihres tröstlichen Charakters sind beide Motetten Trauermusik; mit einem Lamento des Wiener Komponisten Johann Heinrich Schmelzer (1623–1680) zum Tode des 1657 verstorbenen Kaisers Ferdinand III. ziehen wir die Novemberstimmung zusätzlich in die Kirche Trogen hinein. Das alles wird spiegelbildlich doppelt aufgeführt und übersteigt die Dauer eines üblichen Kantatenkonzertes dennoch nicht.

Im Brennpunkt des Spiegelbilds wird eine in Deutschland sehr bekannte Politikerin stehen: Frau Muhterem Aras. Gebürtig aus der Türkei, studierte sie in Stuttgart Ökonomie, wurde selbständige Steuerberaterin und dann auch Politikerin. Als Vertreterin von Bündnis 90/Die Grünen wurde sie im Jahr 2016 zur Präsidentin des baden-württembergischen Landtags gewählt. Was «Fürchte dich nicht» in ihrem Leben bedeutete und mit Blick auf realexistierende Probleme heissen mag, erhoffen wir von Frau Aras in ihrer Reflexion zu erfahren.

Mit dem Monat November kündigt sich auch das Jahresende und mithin das kommende Jahr 2020 an. Unser Programm steht selbstverständlich längst, ebenso die Verpflichtung der international gefragten Künstlerinnen und Künstler. Es wird ein reichhaltiges, aufregendes, aufwendiges Jahr! Einige Highlights: Weihnachtsoratorium Teil VI im Januar, «Gottes Zeit ist die allerbeste Zeit», auch bekannt als «Actus tragicus», BWV 106 im März, die Osterkantate «Christ lag in Todesbanden» BWV 4 im April, die «Kaffeekantate» BWV 211 im Juni, die Michaeliskantate «Es erhub sich ein Streit» zu den Appenzeller Bachtagen im August und eine lutherische Messe im November und … – haben Sie sich Ihre Plätze mittels eines Abonnements schon gesichert?

Apropos vorausschauende Handlungen: dazu gehört natürlich auch das Save-the-Date für die Appenzeller Bachtage insgesamt. Sie finden statt vom Mittwoch, 19. August, bis und mit Sonntag, 23. August 2020, im Raum St. Gallen-Appenzell. Die «Eroica» von Beethoven in Originalbesetzung und auf Originalinstrumenten? Masaaki und Sohn Masato Suzuki im Doppel am Cembalo? Peter Sloterdijk als «philosopher in residence»? Der Linksunterzeichnende als bewährter Wanderleiter? Und dazu ganz, ganz viel Bach? Das alles sollten Sie nicht verpassen. Es wird einmalig gewesen sein. Gönnerinnen und Gönner haben bereits im Januar Anspruch auf den Vor(vor)verkauf für die Appenzeller Bachtage. Womit auch gleich für die Gönnerschaft und andere Unterstützungsprogramme unserer Tätigkeit geworben sei.

Gewichtige Auswärtstermine stehen vor der Tür. Von nah bis ganz fern: Zunächst gastieren wir mit einem neu zusammengestellten Bach-Kaleidoskop «Mit Bach durchs Jahr» im Rahmen des «Forums Alte Musik» am Sonntag, 22. März 2020, in St. Peter, Zürich. Am Donnerstag, 23. April 2020, werden wir im Wiener Konzerthaus, Mozartsaal, gleich vier Kantaten zur Aufführung bringen. Am Montag, 15. Juni 2020, werden wir am Bachfest Leipzig die Johannespassion in der Thomaskirche aufführen. In der Woche von Samstag, 19., bis und mit Sonntag, 27. September 2020, weilen wir in Japan! Auf Einladung hin dürfen wir mit Solisten, Chor und Orchester gleich dreimal die h-Moll-Messe in Fukushima, Tokio und Osaka aufführen. Wir versuchen, für Sie, falls reisefreudig, eine Kulturreise an die Aufführungsorte und nach Kyoto zu organisieren. Dieser Tage hat uns Herr Dr. Urs Schöttli, früherer Asienkorrespondent der NZZ und Reflexionsredner bei der Kantate «Ich armer Mensch, ich Sündenknecht» BWV 55, seine Mitwirkung zugesagt. Damit sich der Organisationsaufwand in Grenzen hält, brauchen wir mindestens 10 Teilnehmer für diese Reise. Wir wären Interessenten dankbar, sich im Sinne einer provisorischen, nicht verpflichtenden Anmeldung bis zum 30. November 2019 beim Stiftungssekretariat zu melden. Die Ausschreibung der Reise erfolgt unmittelbar danach.

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