Vielleicht hat Johann Sebastian Bach in seiner Huldigungsmusik «Was mir behagt, ist nur die muntre Jagd» BWV 208 den Wunsch nach einer sanftmütigen Obrigkeit raffiniert versteckt. Denn trotz einigen Hörnerklängen und einschlägigen Fanfaren – die «Jagdkantate», wie sie genannt wird, müsste von der Themengewichtung her eigentlich eher «Hirtenkantate» heissen. Doch wie auch immer: Es ist vor allem eine gute halbe Stunde wunderbarer, heiterer Barockmusik, auf die wir uns freuen dürfen.

Uns scheint «Huldigung» fern zu liegen. Das ist allerdings nicht ganz wahr. Denn wenn wir an die Verehrung gewisser Sportgrössen oder Popstars denken, dann gibt es auch moderne Formen der Huldigung. Darüber hinaus ist der zeitliche Abstand zur Huldigung, gerade in der engeren Region von St. Gallen, gar nicht so gross. Bis vor dem Einmarsch der Franzosen im Jahr 1799 gab es hier einen Fürstabt, einen kleinen König, dem zu huldigen war. Deshalb unter anderem unsere Wahl des «Fürstenlandsaals» als Aufführungsort, deshalb der Einbezug des Historikers Karl Schmuki in den Einführungsworkshop mit Rudolf Lutz.

Diesbezüglich und völlig überregional doppeln wir dann nach mit der Reflexion, die vom Verfasser des vielbeachteten Buchs «Das Europa der Könige», Leonhard Horowski, gehalten wird. Es gab sie schon, die guten Hirten, auch unter den Königinnen und Königen jener Zeit. Dass sie insgesamt nur Seltenheitswert geniessen, liegt nicht zwingend an der Staatsform, sondern an der condition humaine.

Diesmal verzichten wir auf eine Doppelaufführung der Kantate, denn dafür scheint sie uns doch ein wenig zu lang. Dafür und beinahe im Sinne einer ausgedehnten Ouvertüre kommen Sie in den Genuss des Brandenburgischen Konzerts Nr. 1 BWV 1046 – Hörnerklang und Spielfreude pur!

Im Gossauer Fürstenlandsaal verfügen wir übrigens über genügend gute Plätze. Vielleicht wäre das eine Gelegenheit, aus Freundeskreis und Familie Gäste ans Konzert mitzubringen. Unsere Geschäftsstelle freut sich auf Billettbestellungen.

Einige Hinweise:

Kostenlose Generalprobe: Der Besuch der Generalprobe ist kostenlos. Diese findet nicht wie gewohnt am Freitagmittag um 12 Uhr, sondern am Donnerstagabend, dem 24. Oktober 2019, um 18.30 Uhr am Konzertort statt. Aktuelle Informationen entnehmen Sie unserer Webseite www.bachstiftung.ch.

Parking: Das kommende Konzert und dessen Werkeinführung mit Imbiss finden im Fürstenlandsaal in Gossau statt. Die Lokalität verfügt über eine eigene, kostenpflichtige Parkgarage. Weitere Möglichkeiten finden Sie auf den umliegenden öffentlichen Parkplätzen.

Öffentliche Verkehrsmittel: Der Fürstenlandsaal befindet sich ca. 3 Gehminuten vom Bahnhof Gossau (SG) entfernt. Der Zug fährt von Zürich in etwas mehr als einer Stunde und von St. Gallen in etwa 10 Minuten zum Bahnhof Gossau. Die genauen Zugverbindungen von Ihrem Standort aus finden Sie auf www.sbb.ch.

Auch in unserem Verlag gibt es Neuigkeiten: In einigen Tagen wird die neue Bach-Kantaten-CD N° 29 erscheinen. Auf ein Wiederhören mit BWV 83 «Erfreute Zeit im neuen Bunde», BWV 115 «Mache dich, mein Geist, bereit» und BWV 147 «Herz und Mund und Tat und Leben»!

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