Dieser Stimmungslage setzen wir ein unmissverständliches «Fürchte dich nicht» entgegen, und dies gleich zweifach, nämlich in Form der Motette BWV 228 von Johann Sebastian Bach und der zusätzlich erklingenden Motette «Fürchte dich nicht» seines Eisenacher Verwandten Johann Christoph Bach (1642

Gerade Jahreszahlen bedeuten oftmals hohe Intensität im eigenen Konzertbetrieb und zunehmende Internationalität im Bereich der Gastspiele. Tatsächlich wird 2020 ein regional-intensives wie auch internationales Jahr sein, in dem Chor & Orchester der J. S. Bach-Stiftung Bühnen von Trogen bis Tokio bespielen werden.

Im Bereich der Eigenveranstaltungen im Rahmen der Gesamtaufführung des Bach’schen Vokalwerkes freuen wir uns, Ihnen eine Auswahl von (vorwiegend kirchlichen) Bachkantaten vorzulegen mit Schwergewichten wie beispielsweise der Kantate BWV 106 «Gottes Zeit ist die allerbeste Zeit», auch bekannt als «Actus tragicus», zu der sich die überaus bekannte «Kaffeekantate» BWV 211 sowie unsere erste Aufführung einer der «kleinen» Messen (BWV 233) gesellen. Vielseitig ist auch die Auswahl der Konzertorte, bedingt unter anderem durch die umfassende Sanierung des Trogener Landsgemeindeplatzes. Bitte beachten Sie die entsprechenden Hinweise auf den nächsten Seiten, die aufgrund der unausweichlichen Verschiebung der Konzertplätze vor allem für unsere Abonnenten relevant sind.

Die Appenzeller Bachtage gehören zum Kapitel der Eigenveranstaltungen, verdienen aber wegen ihres Festivalcharakters eine gesonderte Erwähnung. So wie sich die Ausgabe 2018 mit der Bach’schen Bildsprache auseinandersetzte, so werden wir uns, aufbauend auf dem Inhalt der Kantate «Es erhub sich ein Streit» BWV 19, bewusst auf deren Gegensätze und inhaltliche Konfrontationen fokussieren. Dabei suchen wir die Diskrepanz, beleuchten Antagonismen und entzaubern vermeintliche Harmonien. Das Ensemble der J. S. Bach-Stiftung und Rudolf Lutz, Hauptakteure der Bachtage, sind im Übrigen auch am Eröffnungskonzert zu hören, nämlich mit einer Aufführung der «Eroica»- Sinfonie in der Tonhalle St. Gallen als Huldigung des Beethoven-Jahres 2020.

Was erwartet Sie sonst zwischen dem 19. und dem 23. August 2020? Bewährte Veranstaltungen wie «Singen in der Früh» in der Kirche Stein (AR), die Akademien im Teufener Lindensaal oder die Konzertwanderung mit dem Stiftungsratspräsidenten. Aber auch hochkarätige Rezitals mit Masaaki und Masato Suzuki am Cembalo, mit dem bekannten Carmina Quartett oder mit Tobias Willi (Orgel) und Immanuel Richter (Trompete) und vieles mehr. «Licht und dunkel» heisst das Motto der Appenzeller Bachtage 2020. Die Organisatoren freuen sich sehr auf diese vierte Ausgabe und danken ausdrücklich allen Unterstützern und Sponsoren, die nebst der J. S. Bach-Stiftung St. Gallen – als Initiantin und Schirmherrin des Kantatenkonzerts – das Festival möglich machen.

Besonders grosse Freude bereiten uns auch die Gast- spiele von Chor & Ensemble der J. S. Bach-Stiftung an Schweizer und internationalen Häusern. Das erste davon findet am 22. März im Rahmen des Festivals «Forum Alte Musik» in Zürich statt. Im Programm «Mit Bach durchs Jahr» begleiten wir den Thomaskantor durch ein berufliches Jahr musikalischen Schaffens. Am 23. April führen wir ein ausgedehntes Kantatenprogramm im Wiener Konzerthaus auf und am 15. Juni reisen wir zum Bachfest nach Leipzig, um die Johannespassion in der Thomaskirche zur Aufführung zu bringen. Im September folgt eine Japan-Tournée mit der Messe h-Moll (siehe Seite 45).

Wir hoffen, Sie an vielen unserer konzertanten, halb- sowie nichtkonzertanten Angeboten begrüssen zu dürfen, und wünschen Ihnen ein schönes Bach-Jahr 2020.

–1703). Trotz oder gerade wegen ihres tröstlichen Charakters sind beide Motetten Trauermusik; mit einem Lamento des Wiener Komponisten Johann Heinrich Schmelzer (1623–1680) zum Tode des 1657 verstorbenen Kaisers Ferdinand III. ziehen wir die Novemberstimmung zusätzlich in die Kirche Trogen hinein. Das alles wird spiegelbildlich doppelt aufgeführt und übersteigt die Dauer eines üblichen Kantatenkonzertes dennoch nicht.

Im Brennpunkt des Spiegelbilds wird eine in Deutschland sehr bekannte Politikerin stehen: Frau Muhterem Aras. Gebürtig aus der Türkei, studierte sie in Stuttgart Ökonomie, wurde selbständige Steuerberaterin und dann auch Politikerin. Als Vertreterin von Bündnis 90/Die Grünen wurde sie im Jahr 2016 zur Präsidentin des baden-württembergischen Landtags gewählt. Was «Fürchte dich nicht» in ihrem Leben bedeutete und mit Blick auf realexistierende Probleme heissen mag, erhoffen wir von Frau Aras in ihrer Reflexion zu erfahren.

Mit dem Monat November kündigt sich auch das Jahresende und mithin das kommende Jahr 2020 an. Unser Programm steht selbstverständlich längst, ebenso die Verpflichtung der international gefragten Künstlerinnen und Künstler. Es wird ein reichhaltiges, aufregendes, aufwendiges Jahr! Einige Highlights: Weihnachtsoratorium Teil VI im Januar, «Gottes Zeit ist die allerbeste Zeit», auch bekannt als «Actus tragicus», BWV 106 im März, die Osterkantate «Christ lag in Todesbanden» BWV 4 im April, die «Kaffeekantate» BWV 211 im Juni, die Michaeliskantate «Es erhub sich ein Streit» zu den Appenzeller Bachtagen im August und eine lutherische Messe im November und … – haben Sie sich Ihre Plätze mittels eines Abonnements schon gesichert?

Apropos vorausschauende Handlungen: dazu gehört natürlich auch das Save-the-Date für die Appenzeller Bachtage insgesamt. Sie finden statt vom Mittwoch, 19. August, bis und mit Sonntag, 23. August 2020, im Raum St. Gallen-Appenzell. Die «Eroica» von Beethoven in Originalbesetzung und auf Originalinstrumenten? Masaaki und Sohn Masato Suzuki im Doppel am Cembalo? Peter Sloterdijk als «philosopher in residence»? Der Linksunterzeichnende als bewährter Wanderleiter? Und dazu ganz, ganz viel Bach? Das alles sollten Sie nicht verpassen. Es wird einmalig gewesen sein. Gönnerinnen und Gönner haben bereits im Januar Anspruch auf den Vor(vor)verkauf für die Appenzeller Bachtage. Womit auch gleich für die Gönnerschaft und andere Unterstützungsprogramme unserer Tätigkeit geworben sei.

Gewichtige Auswärtstermine stehen vor der Tür. Von nah bis ganz fern: Zunächst gastieren wir mit einem neu zusammengestellten Bach-Kaleidoskop «Mit Bach durchs Jahr» im Rahmen des «Forums Alte Musik» am Sonntag, 22. März 2020, in St. Peter, Zürich. Am Donnerstag, 23. April 2020, werden wir im Wiener Konzerthaus, Mozartsaal, gleich vier Kantaten zur Aufführung bringen. Am Montag, 15. Juni 2020, werden wir am Bachfest Leipzig die Johannespassion in der Thomaskirche aufführen. In der Woche von Samstag, 19., bis und mit Sonntag, 27. September 2020, weilen wir in Japan! Auf Einladung hin dürfen wir mit Solisten, Chor und Orchester gleich dreimal die h-Moll-Messe in Fukushima, Tokio und Osaka aufführen. Wir versuchen, für Sie, falls reisefreudig, eine Kulturreise an die Aufführungsorte und nach Kyoto zu organisieren. Dieser Tage hat uns Herr Dr. Urs Schöttli, früherer Asienkorrespondent der NZZ und Reflexionsredner bei der Kantate «Ich armer Mensch, ich Sündenknecht» BWV 55, seine Mitwirkung zugesagt. Damit sich der Organisationsaufwand in Grenzen hält, brauchen wir mindestens 10 Teilnehmer für diese Reise. Wir wären Interessenten dankbar, sich im Sinne einer provisorischen, nicht verpflichtenden Anmeldung bis zum 30. November 2019 beim Stiftungssekretariat zu melden. Die Ausschreibung der Reise erfolgt unmittelbar danach.

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