Als Schnittmenge im Gesetzesverständnis des Alten und des Neuen Testaments komponierte Johann Sebastian Bach die Kantate «Du sollt Gott, deinen Herren, lieben» BWV 77 und vollzog dabei ein musikalisch-theologisches Exerzitium der Extraklasse. Im Eingangschor werden die mosaischen Gebote und das Liebesgebot Jesu kunstvoll ineinander verschränkt, sodass zwar etwas Neues, Eigenständiges entsteht, das aber unüberhörbar kunstvoll geflochten, gewirkt, geknüpft und gewoben ist. Zur Herstellung höherer Transparenz wird unser musikalischer Leiter in der Bassgruppe ein Kontrafagott einsetzen. Sie kennen dieses ofenrohrartige Instrument noch von unserer Aufführung der Johannespassion her. Der Effekt ist stupend und im Falle dieser Kantate hocherwünscht. Nicht weniger effektvoll dürften die Einsätze der «Tromba da tirarsi» (Zugtrompete) ausfallen. In der Arie Nr. 5 fällt dieser Part geradezu akrobatisch aus. So als wollte Bach zeigen, wie schwer es dem Menschen fällt, wahrhaftige Nächstenliebe zu üben.

Dass die «Condition humaine» derart ernüchternd ausfällt, darüber hat ein ganzes Journalistenleben lang Frau Iren Meier für die Schweizer Radiohörerinnen und -hörer berichtet. Ihre Beiträge für die Sendung «Echo der Zeit» aus dem Mittleren Osten bleiben unvergessen. Trotz Kriegen und Katastrophen die Hoffnung nicht verlieren – darin teilen sich der Kantatentext und die Berichte unserer nächsten Reflexionistin. Wir dürfen gespannt sein, ihr persönlich zu begegnen.

Einige Hinweise:

  • Nach wie vor leiden wir unter Corona und den getroffenen Rahmenbedingungen. Wir führen unsere Konzerte gemäss der GGG-Regel durch. Alles andere wäre nur schwer umsetzbar, wenn überhaupt. Die Details dazu entnehmen unsere Konzertbesucherinnen und -besucher einem Merkblatt, das den Konzerttickets beigelegt wird.
  • Die Olma-Halle wird bis Jahresende unser Konzertort bleiben. Danach hoffen wir, nach Trogen zurückkehren zu können. Zum höheren Komfort unserer Besucherinnen und Besucher verlegen wir den Imbiss nun aber von draussen ins Innere; auch das Menü wird etwas modifiziert und der Jahreszeit angepasst.
  • In den kommenden Wochen erscheint unsere nächste CD, die Nummer 37, unter anderem mit der prachtvollen Kantate BWV 65 «Sie werden aus Saba alle kommen» – unserer ersten Aufführung nach der Corona-Zwangspause im Januar dieses Jahres. Denken Sie bereits jetzt an Weihnachten und an Ihren Bedarf an sinnvollen Geschenken, wir stehen für Sie bereit!
  • Im November 2021 können wir ein kleines Jubiläum feiern: 15 Jahre Aufführungen und Aufzeichnung der 150. Kantate! Aus diesem Anlass führen wir an drei Schweizer Orten (Zürich, Trogen und Basel) ein Sonderkonzert mit Nuria Rial (Sopran) und Manuel Walser (Bass) durch. Laden Sie Freunde und Bekannte aus Ihrer Region ein, um uns kennenzulernen.

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