Sein Werk ist allzu überragend, als dass Urteile wie «schön», «prächtig», «phantastisch» oder aber auch «mager», «herb» oder gar «misslungen» denkbar, ja angemessen wären. Bei BWV 51 «Jauchzet Gott in allen Landen» machen wir eine Ausnahme samt Tatbeweis.

Und deshalb bieten wir das Kantatenkonzert gleich zweimal an, am Donnerstag, 15., und am Freitag, 16. September 2016. Damit möglichst viele Bachfreunde eine faire Chance haben, diese nun wirklich phantastische Solokantate zu hören und von genügend A-Plätzen aus die Aufführenden zu sehen.

Bei der Kantate BWV 51 stimmt einfach alles: ihr symmetrischer Aufbau, ihre Antiklimax zum Herzstück der Arie Nr. 3 hin, die beiden jubelnden Ecksätze mit der Solotrompete, der geradezu atemberaubende Schluss. Mit Sibylla Rubens, Sopran, und dem Ausnahmemusiker Guy Ferber, Trompete, wird uns ein unvergessliches Erlebnis mit der wie immer doppelt aufgeführten Kantate sicher sein. Fazit: Der September in Trogen ist sozusagen ein Muss.

Kommt nämlich dazu, dass mit Adolf Muschg einer der verbliebenen «Grossen» unter den Schweizer Schriftstellern als Reflexionist zu uns sprechen wird. Ebenfalls Donnerstag und Freitag, wofür wir ihm sehr dankbar sind. Adolf Muschg liebt die gesellschaftspolitische Auseinandersetzung; man mag seine Haltungen teilen oder auch nicht. Als Erzähler bewegt er sich aber weit über den Niederungen helvetischer Befindlichkeiten, die Romane und Erzählungen atmen übergeordnete Gültigkeit. Seine Auseinandersetzung mit dem gleichfalls übergeordnet gültigen Kantatentext darf mit Spannung erwartet werden.

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