„Meine Seufzer, meine Tränen“ BWV 13 ist für den Stiftungspräsidenten die „Beresina-Kantate“. Dies nicht nur wegen den melodiösen Ähnlichkeiten in der Arie Nr. 1, sondern auch und vor allem wegen der sich in horizontloser weisser Landschaft verlierenden Klagen und Sorgen in der Arie Nr. 5 („Ächzen und erbärmlich Weinen“). Gut, dass am Ende der Kantate ein unmissverständlicher Choral doch noch einen deutlichen Hoffnungsschimmer setzt, genauso wie es das „Mutig, mutig, liebe Brüder“ im Schweizer Heimwehlied tut.

Die Reflexion für diese Kantate wird ein unermüdlicher Kämpfer halten. Stefan Stirnemann gibt nicht auf, als Lehrer für alte Sprachen sich für die Beibehaltung des Lateins im Curriculum der Schweizer Mittelschulen einzusetzen. Zudem hat er, oft einsam genug, gegen die schlimmsten unüberlegten Beschlüsse im Rahmen der deutschen Rechtschreibereform angekämpft und mit den Vorschlägen der durch ihn wesentlich geprägten Schweizerischen Orthographischen Konferenz (SOK) einen sehr tauglichen Kompromiss herbeiführen können. Jemand, der den Umgang mit Erziehungsdirektionen und Kultusministerien pflegen muss, weiss, was horizontlos erscheinende Landschaften sind.

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