Johannespassion am 9. März in St. Gallen


Im Dreigestirn der Messe h-Moll, der Matthäus- und der Johannespassion eine Rangfolge herstellen zu wollen, ist nicht nur müssig, sondern wäre vermutlich irreführend.

Denn Bach hatte äusserst präzise Vorstellungen, welche Botschaft er mit jeder seiner Kompositionen vermitteln wollte: durchwegs Verschiedenes! Im Gegensatz zu der auf das Menschsein Jesu ausgerichteten Matthäuspassion will uns Bach mit der Johannespassion die Figur des streitbaren Gottessohnes, der in Erniedrigung und Tod seine Vollendung findet, näherbringen. Die Beschäftigung mit Partitur und Quellen weist auf sehr weitgehende theologische Kenntnisse des Thomaskantors hin. Bach ist Hermeneut. Entsprechend ernsthaft hat die Vorbereitung auf Aufführung und Aufzeichnung des grossen Werks zu erfolgen, mit dem Vorteil, dass allen bisherigen Interpretationen zum Trotz durchaus Neuland erschlossen werden kann! Wir schätzen uns glücklich, dass unser musikalischer Leiter Rudolf Lutz seinen mittlerweile riesigen Erfahrungsschatz an diesem wunderbaren Werk Bachs entfalten kann. Wir haben zudem eine absolute Spitzenbesetzung bei den Solisten zusammenstellen können, und Chor und Orchester unserer Stiftung freuen sich schon lange auf die Aufgabe.

Es wird niemand «unsere» Johannespassion verpassen müssen, denn nebst demn St. Galler Datum von Freitag, 9. März 2018 (17.00 Uhr Werkeinführung, 19.00 Uhr Konzert; beides in der Kirche St. Laurenzen), geben wir das Werk noch einmal in Zürich (Sonntag, 11. März 2018, 17.00 Uhr, St. Peter) und in Schaffhausen (Auffahrt, 10. Mai 2018, 19.30 Uhr, St. Johann). In der Zwischenzeit werden auch die Aufnahmearbeiten im Radiostudio SRF (Zürich) für die CD-Edition erfolgen. Wir schätzen uns sehr glücklich, dass wir – nicht zuletzt auch dank namhafter Zuwendungen aus dem St. Galler Lotteriefonds und aus privaten Händen – nunmehr den dritten Himalayagipfel Bach’scher Kompositionen in diesem Jahr auf diese Weise bezwingen können.

Derweil unsere Musikerinnen und Musiker mit den Vorbereitungen der grossen Konzerte im März beschäftigt sind, laufen in unserer Geschäftsstelle die Arbeiten für die Appenzeller Bachtage 2018 auf Hochtouren. Das Programm für die viereinhalb Tage im August in voralpiner Landschaft ist wirklich vielseitig und vielversprechend; es ist nun Zeit, dass Sie Ihre Termine einrichten und sich gegebenenfalls auch einen ermässigten Generalpass (Fr. 385.- für alle Veranstaltungen anstatt Fr. 425.-) beschaffen. Das Frühbucherangebot gilt bis am 15. Mai 2018.

Drei von musikalisch-rhetorischen Figuren stark geprägte Kantaten werden in der neu zu veröffentlichenden CD N°22 präsentiert. Es sind die sehr bekannte Kantate BWV 56 «Ich will den Kreuzstab gerne tragen» nebst BWV 95 «Christus, der ist mein Leben» sowie BWV 161 «Komm, du süße Todesstunde».

Just auf den heutigen Tag erreichte uns eine Ticketbestellung für die weltliche Kantate «Mer han een neue Oberkeet» vom 29. Juni 2018 auf dem Chäserrugg – sage und schreibe aus Argentinien! Solches und viel mehr erfüllt uns mit einer gewissen Genugtuung – dass unser Stiftungszweck sich dermassen global umsetzen lassen würde, hätten wir uns nicht einmal in unseren kühnsten Träumen vorzustellen gewagt. Doch seien wir trotz allem bescheiden genug: nicht wir sind es, sondern es ist die Musik Johann Sebastian Bachs und deren Botschaft, die solche universelle Anerkennung nach sich zieht.

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