Vorhaben & Stiftungszweck


gesamtaufführung des bachschen vokalwerks

Die J.S. Bach-Stiftung führt innerhalb von rund 25 Jahren das gesamte Vokalwerk von Johann Sebastian Bach (1685−1750) auf. Jeden Monat wird im appenzellischen Trogen eine Kantate von Bach gespielt. Das Vorhaben dürfte – bei einem Rhythmus von einer Kantate pro Monat – ungefähr im Jahr 2030 seinen Abschluss finden. Sämtliche Werkeinführungen, Konzerte und Reflexionen über die Texte der Kantaten werden auf Ton- und Bildträgern festgehalten. Aus der Sammlung der Reflexionen entsteht nach und nach eine «Bach-Anthologie».

Chor & Orchester der J.S. Bach-Stiftung sowie die Gesangssolisten werden von Rudolf Lutz geleitet. Mit ihrer Tätigkeit will die J.S. Bach-Stiftung ein umfassendes Bach-Erlebnis und ein besonderes Bach-Verständnis vermitteln.

ein Projekt gigantischen Ausmasses

  • Aufführung des ganzen Vokalwerks von J.S. Bach
  • Ein Konzert pro Monat ergibt eine Projektdauer von etwa 25 Jahren
  • Alle Konzerte werden auf alten Instrumenten gespielt
  • Der musikalische Leiter Rudolf Lutz bürgt für höchste Qualität
  • Ergänzende Werkeinführungen und Reflexionen zu Text und Musik
  • Jede Aufführung erscheint auf DVD, die Kantaten auf CD und die Texte als «Bach-Anthologie»
  • Die Gesamtaufführung ist ausschliesslich von privater Hand finanziert

ein eigenwilliges Konzept

Unsere Idee besteht nicht darin, Bach «einfach» aufzuführen beziehungsweise das Werk Nummer für Nummer abzuhaspeln. Vielmehr will die J.S. Bach-Stiftung ein umfassendes Bacherlebnis und ein besonderes Bachverständnis vermitteln. Deshalb bringen wir dem Publikum das Vokalwerk in der Abfolge des Kirchenjahres und in verschiedenen Modulen näher.

Werkeinführungen

Vor dem Konzert findet für Interessierte eine 45-minütige musikalisch-theologische Werkeinführung statt. Diese wird durch den musikalischen Leiter der Gesamtaufführung, Rudolf Lutz, und den Theologen Karl Graf gestaltet.

Konzerte

Pro Abend gelangt lediglich eine Kantate, dafür aber zweimal, zur Aufführung. Das Vokalwerk wird dem Publikum in der Abfolge des Kirchenjahres nähergebracht.

Reflexionen

Zwischen die beiden Kantatenaufführungen legen wir eine «Reflexion» ein. Darunter ist eine Betrachtung des barocken Kantatentextes aus heutiger Sicht durch eine Persönlichkeit aus Kultur, Wirtschaft oder Politik zu verstehen. Danach wird man das Werk anders hören als zuvor.

Stiftungszweck und Entstehung des Projekts

In der festen Absicht, das Vorhaben in die Tat umzusetzen, taten sich im Jahr 1999 der Musiker Rudolf Lutz und der Unternehmer Konrad Hummler zusammen. Aus privaten Mitteln wurde der Grundstock der J.S. Bach-Stiftung geäufnet. Die erste Kantatenaufführung fand 2006 statt.

Die Stiftung bezweckt gemäss Gründungsurkunde «die Förderung des Kulturlebens in der Region Ostschweiz, indem sie Trägerschaften und Einzelpersonen unterstützt, die sich in edukativer Weise um die öffentliche Aufführung des Gesamtwerkes von Johann Sebastian Bach bemühen, um so insbesondere der Jugend die Bedeutung seines musikalischen Schaffens näherzubringen». 2011 wurde eine zweite Stiftung, ohne Einschränkung auf die Region, mit Sitz in Zürich gegründet.

Der Grund dafür, dass Bachkantaten relativ selten aufgeführt werden, liegt in einem für den traditionellen Konzertbetrieb ungünstigen Kosten-Nutzen-Verhältnis. Für die zum Teil sehr kurzen Werke wird ein aufwendiger «Apparat» benötigt: ein vielfältig besetztes Orchester, eine Gesangssolistengruppe, ein Chor.

Von zentraler Bedeutung ist für die J.S. Bach-Stiftung die Verbreitung von Johann Sebastian Bachs Vokalwerk. Aus diesem Grund ist die Stiftung auf sozialen Netzwerken wie Facebook und Twitter aktiv. Dank diesen Online-Plattformen ist es der J.S. Bach-Stiftung gelungen, eine mehrere tausend Personen umfassende Fangemeinde aufzubauen, die sich über die ganze Welt erstreckt.

Unter der Leitung von Rudolf Lutz geben Chor und Orchester sowie Solisten der J.S. Bach-Stiftung jedes Jahr Sonderkonzerte in St. Gallen oder Gastspiele an renommierten Festivals wie zum Beispiel am Bachfest in Leipzig (D) oder am internationalen Bachfest in Schaffhausen.

Vokalwerk von Johann Sebastian Bach

Das Vokalwerk von Johann Sebastian Bach umfasst über 200 Kantaten, sechs Motetten, diverse Messsätze, die Passionen, die Oratorien sowie die h-Moll-Messe.

Die Idee, dieses – schon quantitativ – gewaltige kompositorische Schaffen in einer Gesamtaufführung zu bewältigen, hat einen gigantischen Aspekt. Die Herausforderungen an die Qualität der Aufführungen sind ebenso gewaltig, da Bach höchste musikalische und interpretatorische Anforderungen stellt.

Bachkantaten sind mehrsätzige Werke (in der Regel) für Chor, Orchester und Vokalsolisten. Die Kantaten von J.S. Bach waren für die Aufführung im Gottesdienst (Kirchenkantaten) oder bei festlichen, gesellschaftlichen Anlässen (weltlichen Kantaten) bestimmt.