BWV 68 am 25. Mai in Trogen


Nach dem überwältigenden Erfolg bei der Uraufführung der «Landsgemeindekantate» unseres Maestros Rudolf Lutz kehren wir gegen Ende Mai zu unserem Grossmeister Johann Sebastian Bach zurück und lassen eine zauberhafte Kantatenkomposition erklingen.

Die Partitur der Kantate können Sie ab sofort über unsere Geschäftsstelle zum Preis von CHF 45.- zzgl. Versandkosten beziehen.

«Also hat Gott die Welt geliebt» BWV 68 wurde für den 2. Pfingsttag 1725 komponiert. Bach griff dabei, wie so oft bei Kantaten für einen zusätzlichen Feiertag, teilweise auf weltliche Vorlagen zurück und parodierte sie, andere Teile wurden eigens für diesen Tag geschrieben. Vorwiegend heiter: so könnte man den Duktus von BWV 68 zusammenfassen. Selbst das am Schluss doch recht schroff angedrohte Weltgericht vermag den Maienglanz nicht zu verscheuchen. Der Chor kommt dann wunderbar zur Geltung, genau wie im tänzerischen Eingangschor; für die Sopranistin und den Bass warten Bravourstücke, deren Nähe zur Oper wohl der Kirchenabsenz der Leipziger Sittenaufseher am 2. Pfingsttag zu verdanken ist.

«Vorwiegend heiter»: So darf man wohl auch das Werk unseres Reflexionsredners Hans Magnus Enzensberger zusammenfassen, oder etwas schärfer und mutmasslich politisch einigermassen unkorrekt formuliert: erfreulich undeutsch-licht. Was immer man von Enzensberger liest und so nachdenklich es zuweilen zu stimmen vermag – kaum haben sich bedrohliche Wolken aufgetürmt, folgt statt eines Gewitters oder, noch schlimmer, statt eines langanhaltenden Landregens die Sonne, wärmt kurz, um dann von einer auffrischenden Brise abgelöst zu werden. Man könne Hans Magnus Enzensberger nicht  fassen, wird gesagt. Als hätten wir der handfest-grimmigen Schwerenöter nicht genug. Freuen wir uns auf seinen Beitrag zu «Also hat Gott die Welt geliebt»! 

Für den «Après Bach» am Samstagvormittag, 26. Mai 2018, in einem privaten Haus in Teufen konnten wir nicht nur Hans Magnus Enzensberger, sondern auch den klassischen Philologen Stefan Stirnemann (der im Januar 2014 eine Reflexion in Trogen gehalten hatte) sowie unseren Rudolf Lutz (diesmal am Klavier!) gewinnen. «Oden und Fahrpläne» mit Mozart und Bach von Sappho bis Enzensberger ist eine Matinée für und mit Hans Magnus Enzensberger. Der Dichter liest im musikalischen Dialog mit Rudolf Lutz aus seinen Gedichten. Der Rahmen ist inspiriert von Hans Magnus Enzensbergers klassischem Gedicht «ins lesebuch für die oberstufe» (1957): lies keine oden, mein sohn, lies die fahrpläne, sie sind genauer... Stefan Stirnemann entwickelt ein paar Gedanken zum Fahrplan der Oden und zum Zweiklang Ode und Parodie. Letzte Plätze können bei unserem Sekretariat gebucht werden.

Letztlich sind wir sehr stolz, die Herausgabe zweier neuer Publikationen anzukündigen. Die CD N° 23 kommt auf den diskographischen Markt mit den Bachkantaten BWV 109 «Ich glaube, lieber Herr, hilf meinem Unglauben», BWV 164 «Ihr, die ihr euch von Christo nennet» und BWV 187 «Es wartet alles auf dich». Der DVD-Schuber «Bach erlebt» XI umfasst die Kantatenkonzerte des Jahres 2017. Unsere DVDs beinhalten bekanntlich die vollen Kantatenabende samt Werkeinführungen und Reflexionen. Sie sind nebst Streaming ein hervorragendes Medium, um das «Gesamtpaket» unserer Konzerte zu Hause nachzuerleben.

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