BWV 245: Johannespassion

Ort: St. Gallen (Schweiz) // Kirche St. Laurenzen

Johannespassion

09. März 2018

  • Werkeinführung: 17:00
  • Konzert: 19:00

Kantate BWV 245

Im Anschluss an die Werkeinführung findet im Pfalzkeller ein Imbiss statt (Voranmeldung erforderlich).

Eintrittspreise

Werkeinführung inkl. Imbiss: CHF 50.00; Kinder bis 12 Jahre CHF 25.00; Jugendliche ab 12 Jahren/Studenten/KulturLegi/Invalide CHF 40.00
Konzert Kategorie A: CHF 90.00 (mit Abo CHF 80.00); Kinder bis 12 Jahre CHF 45.00
Konzert Kategorie B: CHF 70.00 (mit Abo CHF 60.00); Kinder bis 12 Jahre CHF 35.00
Konzert Kategorie C: CHF 45.00 (mit Abo CHF 25.00); Kinder bis 12 Jahre CHF 22.50; Jugendliche ab 12 Jahren/Studenten/KulturLegi/Invalide CHF 36.00
Konzert Kategorie D: CHF 30.00 (mit Abo gratis); Kinder bis 12 Jahre CHF 15.00; Jugendliche ab 12 Jahren/Studenten/KulturLegi/Invalide CHF 24.00

Weitere Termine (andere Veranstalter; kein Vorverkauf durch unsere Geschäftsstelle):

- Sonntag, 11. März 2018, 17.00 Uhr, Kirche St. Peter, Zürich, Forum Alte Musik
- Donnerstag, 10. Mai 2018, 19.30 Uhr, Kirche St. Johann, Schaffhausen, Internationales Bachfest Schaffhausen

Bitte beachten Sie, dass im Monat März keine Kantate zur Aufführung kommt und dieses Konzert Teil des Abonnements ist. Da es sich um eine Grossproduktion handelt, erlauben wir uns allerdings, einen Preiszuschlag zu erheben. Die Plätze werden bestmöglich, Ihrem Abonnement entsprechend, zugeteilt.

Referate über die Johannespassion mit Rudolf Lutz

Jeweils am 21. und 28. Februar sowie am 14. März 2018 referiert Rudolf Lutz über die Johannespassion im Rahmen der öffentlichen Vorlesungen an der Universität St. Gallen. Mehr Informationen finden Sie unter: www.unisg.ch/de/universitaet/besucher/oeffentlichevorlesungen

Die Johannespassion war 1724 Bachs erste und höchstwahrscheinlich 1749/50 auch seine letzte Leipziger Karfreitagsmusik. Im Zeitraum dieses Vierteljahrhunderts hat er das Werk in mindestens vier teils stark voneinander abweichenden Fassungen dargeboten und somit lebenslang um eine gültige Version gerungen. Seit der Bachrenaissance des 19. Jahrhunderts lange im Schatten des zweichörigen Schwesterwerkes nach Matthäus stehend, hat sich Bachs «andere» Passion aufgrund ihrer musikalischen Qualität und ihres szenischen Potentials mittlerweile weltweit durchgesetzt und ist zu einem regelrechten Liebling der Chorvereine und Dirigenten geworden.
Die um 1720 noch erregend neue Form der oratorischen Passion mit ihrer naturalistischen Affekt- und Figurenzeichnung passte hervorragend zum kämpferischen Evangelium des adlergleichen Johannes mit seinem steten Bemühen um eine Verherrlichung des Gottessohns. Christus ist hier kein duldender Schmerzensmann, sondern ein bis zum Ende leidenschaftlich für seine Sache streitender König, dessen beispielhaft abrollender Leidensweg heftige Emotionen und entschiedene Haltungen zwischen Scham, Mitleid, Protest und Hoffnung provoziert und freisetzt.
Dementsprechend ist auch Bachs Komposition von den Weltuntergangsklängen des Eingangschores bis zur strahlenden Finalsteigerung des Schlusschorals von einer durchweg hohen Präsenz und Intensität gekennzeichnet. Neben den sensibel instrumentierten Arien und der lebendigen Evangelienrezitation sind es gerade die ausgedehnten Chorsätze und insbesondere die Turba-Auftritte der verhetzten Menge, die für den packenden Realismus und die durchschlagende Wirkung der Passion verantwortlich zeichnen. Vor diesem Hintergrund eines grossen heilsgeschichtlichen Dramas wirken dann verinnerlichte Ruhepunkte und Klagegesänge wie das von der elegisch resonierenden Gambe begleitete «Es ist vollbracht» und das in fremdartig leuchtende Instrumentalfarben getauchte Sopransolo «Zerfliesse, mein Herze» besonders eindringlich – lassen sie doch deutlich werden, was für ein hoher Preis im freiwilligen Opfer beschlossen liegt und welch wüster Ort eine Welt ohne Trost und Liebe wäre. Auch die Johannespassion lebt dabei vom ruhigen Atem der Choräle, die wie der zentrale Satz «Durch dein Gefängnis, Gottes Sohn» immer wieder in die hitzige Handlung eingeschaltet sind und uns ebenso wie schon Bachs Zeitgenossen zum empathischen Nachdenken einladen.

Ihre Tickets können Sie telefonisch beim Stiftungssekretariat unter +41 71 242 16 61 oder per E-Mail bestellen. Bitte beachten Sie, dass infolge Ton- und Bildaufnahmen, nach Beginn von Werkeinführung und/oder Konzert kein Einlass gewährt werden kann.


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