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Bernd Rüthers
(Referat vom 20. Januar 2012)
Bernd Rüthers (geb. 1930 in Dortmund) studierte Jura mit Schwerpunkten im Arbeitsrecht und in der Rechts-philosophie. Er lehrte in Münster, Berlin (1967-1971), Konstanz und 10 Jahre als Gastdozent in St. Gallen. 1987/1988 war er Mitglied der Kommission des Bundesrates „Gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit“. Sein Buch über „Die unbegrenzte Auslegung“ des Rechts im National-sozialismus erschien, wie auch seine „Rechtstheorie“ in sechs Auflagen. Von 1991 bis 1996 war er Rektor der Universität Konstanz.
Sein besonderes Interesse gilt nach den Erfahrungen mit totalitären Diktaturen den Zusammenhängen zwischen Recht, Gerechtigkeit und Weltanschauung. „Das Ungerechte an der Gerechtigkeit“ ist einer seiner Buchtitel. Er vergleicht die Gerechtigkeitssehnsucht der Menschen mit den konkurrierenden, individuellen und kollektiven Vorstellungen in den wechselnden Epochen. In der Realität gibt es danach „Gerechtigkeit“ nur im Plural.
Nach dem Zusammenbruch der DDR und des Ostblocks baute er mit der Stiftung „Universität und Gesel-lschaft“ über zahlreiche Stipendien ein Netzwerk für Studierende und Jungakademiker in Rumänien, Polen, Estland, Litauen, Tschechien auf, das bis heute fortwirkt.